Kleinkinder (U3)

Spielen ist für Kinder lebenswichtig

Im Laufe der letzten 25 Jahre hat sich das Leben von Kleinkindern verändert. Angesichts der auch bei Kleinkindern immer mehr zunehmenden sitzenden Lebensweise konstatieren pädagogische Betreuer und Fachleute Verzögerungen bei der körperlichen, sozialen und sprachlichen Entwicklung. Die Fachleute sind sich einig, dass mehr Spielen an der frischen Luft der Entwicklung von Kleinkindern zugute kommt.

Herausforderungen in der passenden Größe
Beim Planen von Spielplätzen für Kleinkinder muss man sich immer wieder in Erinnerung rufen, WIE KLEIN diese Kinder noch sind. Ein durchschnittlicher Zweijähriger ist gerade einmal 90 cm groß und weist im Vergleich einen größeren Kopf sowie kürzere Arme und Beine auf als Erwachsene. Dies gilt es bei Spielgeräten und Spielplätzen für Kleinkinder zu berücksichtigen.

Mehr Körper als Geist
Bei der Geburt ist der Mensch mehr Körper als Geist. Deshalb ist körperliche Betätigung so wesentlich für die Entfaltung der geistigen Fähigkeiten. Viele Kinder beginnen ihre Schullaufbahn heutzutage in einem jüngeren Alter als in der Vergangenheit, was von Nachteil sein kann, wenn dadurch Zeit verloren geht, die sie andernfalls mit Spielen und körperlicher Betätigung zugebracht hätten.

Raumgefühl
Das räumliche Bewusstsein von Kleinkindern ist noch nicht umfassend entfaltet. Sie müssen sich nach oben und nach unten bewegen, sich oberhalb und unterhalb von Referenzpersonen und -objekten platzieren, über Dinge drüberklettern und unter ihnen durchkrabbeln, höher und tiefer sitzen usw., um ein Verständnis für räumliche Verhältnisse aufzubauen, das später beispielsweise eine unverzichtbare Grundlage zum Erlernen von Mathematik bilden wird.

Tastsinn
Die Nervenreaktionen sind bei Kleinkindern langsamer als bei Erwachsenen. Das wirkt sich auch auf ihren Tastsinn aus. Die Hand-Auge-Koordination muss angeregt, unterstützt und geübt werden. Bei der Konzeption hochwertiger Spielplätze und -geräte finden diese Bedürfnisse Berücksichtigung.

Aufkeimen von Freundschaften
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Kleinkinder soziale Interaktion pflegen, obwohl ihr sprachliches Repertoire noch sehr eingeschränkt ist. Sie erfinden Wiederholungsspiele und spielen diese in Gruppen, wobei sie die Handlungen und Geräusche der anderen wiederholen. Federwippgeräte, kleine Wippen oder - um den Augenkontakt zu ermöglichen - paarweise aufgestellte Bauchschaukeln sowie ganz allgemein das Spielen in Zweier- oder Dreiergruppen sind dabei förderlich.

Entwickeln sprachlicher Fertigkeiten
Eine wesentliche Triebfeder für die sprachliche Entwicklung ist die Interaktion zwischen Kind und Erwachsenem: Benennen von Gegenständen, Vergleichen von Objekten sowie Beschreiben von Gegenständen und Situationen. Spielplätze und Spielgeräte können diese wichtige verbale Interaktion anspornen - insbesondere wenn sie Ähnlichkeit mit vertrauten Situationen aufweisen sowie fantasievolle Themen und das aufkeimende Rollenspiel unterstützen. Elemente, die sich beschreiben, benennen oder vergleichen lassen, oder über die man erzählen kann, helfen Kleinkindern ebenfalls beim frühen Erwerb dieser wesentlichen Fertigkeiten.

Stichworte zur kindlichen Entwicklung und zu einem Spielen, das für Kleinkinder besonders förderlich ist

 

  • Üben der senso-motorischen Fertigkeiten
  • Elemente, welche die sprachliche Entwicklung fördern
  • Spiel mit Ursache und Wirkung

 

Empfohlene Spielaktivitäten
Üben von Grobmotorik, Raumgefühl und Gleichgewicht: Die Kinder sollten klettern, nach oben und unten krabbeln und kriechen, wippen, rutschen, balancieren, schaukeln und Stimulationen für die Feinmotorik erhalten. Geeignete Spielgeräte sind dazu etwa Erhebungen mit Netzen, Treppen, Wipp- und Schaukelelemente, langsam rotierende Elemente, Rutschen.
Elemente, welche die feinmotorischen Fertigkeiten und die Sprachentwicklung fördern: Teile aus verschiedenen Materialien, mit denen die Kleinkinder hantieren können, Sandspielsachen, Themen-Spielstationen.

Sofern landschaftsgestalterische Maßnahmen erfolgen, ist Folgendes zu berücksichtigen:

Kleine Hügel, unterschiedliche Niveaus und Schatten (z. B. durch Obstbäume). Duftende Pflanzen. Es sollte eine Vielfalt von Oberflächen aus weichen Materialien geben, wie etwa Sand, Gras, Gummi und Rindenstücke, aber auch Wege mit harter Oberfläche für Dreiräder und Fußgänger.